Ashtanga Yoga - Die Acht Glieder der Einheit

Zuerst möchte ich Sie gleich wissen lassen, dass ich in meinem Unterricht derzeit nur Teile von Ashtanga Yoga einfließen lasse. Ich lerne gerade diese Art von Yoga bei Boris Georgiev. Ich mache ausschließlich Haltungen die ich selbst gut beherrsche und deren Didaktik ich richtig weitergeben kann.

Ashtanga (Vinyasa) Yoga ist ein indisches Hatha-Yoga-System (hauptsächlich Asana und Pranayama) in der Tradition von Tirumalai Krishnamacharya, das heute z. B. von Krishna Pattabhi Jois und Angehörigen seiner Familie im Ashtanga Yoga Nilaya in Mysore, Indien gelehrt wird.

Es zählt zu den wichtigsten und ausführlichsten, aber auch schwierigsten Systemen des Hatha Yoga. Diese Methode des Ashtanga Yoga bedeutet u. a., den Atem zu synchronisieren. Dies geschieht durch sechs festgelegte Serien von dynamisch ausgeführten Yogastellungen.

Unterrichtet wird meist nur die Erste Serie, "Roga Chikitsa" (Sanskrit für "Krankheitsbehandlung") oder sogar nur ein Teil davon. Viele moderne Hatha-Yoga-Stile (alle "dynamischen", "Power", "Vinyasa", "Flow" etc. Stile) leiten sich aus diesem Yoga ab. Die Praxis von Ashtanga ist kraftvoller als reines Hatha Yoga.

Das Wort Ashtanga bedeutet übersetzt "8 Glieder" und beschreibt Yoga als einen Weg - einen acht-
gliedrigen Pfad - der zum höchsten Zustand Samedhi (Verwirklichung) führt. Verfasst wurden diese Acht Stufen von Weisem Patanjali. Er legte damit den Grundstein für die Tradition des Hatha Yoga. In seinen Sutren gibt er die philosophische Grundlage des klassischen Yoga weiter.

1. YamasVerhalten (5 Prinzipien des sozialen und persönlichen Verhaltens)
2. Niyamas Lebensweise (5 Prinzipien der Persönlichkeitsentwicklung u. yog.Lebensstil)
3. AsanasYogastellungen, bzw. Yogahaltungen
4. PranayamaAtemübungen
5. PratyaharaBeherrschung der Sinne
6. DharanaKonzentration
7. DhyanaMeditation
8. Samadhihöchste Verwirklichung

Der achtgliedrigen Yogapfad hat das höchsten Ziel Samadhi (Freiheit des Geistes). Samadhi ist der Zustand, in dem die 3 Guna (die Kräfte: Tamas = Trägheit, Rajas = Rastlosigkeit, Sattva = Klarheit) keinen Einfluss mehr auf den Geist haben. Dieser Zustand ist gekennzeichnet durch eine Gelassenheit im Handeln bzw. Nicht-Handeln und auch die Ent-
scheidung, die dazu führt, frei von innerem Zwang zu sein.

Ein Mensch, der über einen völlig klaren Geist ver-
fügt, wird nicht mehr von seinem Geist beherrscht, sondern der Geist dient dem Seher in uns, der im Herzen eines jeden Menschen wohnt.